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064-082 Sturmschäden

Düsseldorf (Reinische Post) Ab fünf Minuten vor zwölf Uhr tobte das Unwetter mit orkanartigen Böen über der Landeshauptstadt: Entwurzelte Bäume stürzten auf Straßen und Häuser, Ampeln und Strom fielen aus, zehn Flugzeuge starteten verspätet. Zwei Jugendliche erlitten Verletzungen in Lörick.

Aus der Ferne wirkte es wie ein gewöhnliches Unwetter, doch dann entlud es sich mit aller Kraft: Montagmittag fegten Sturm- und Orkanböen begleitet von kurzem Starkregen über die Landeshauptstadt hinweg. Die Feuerwehr musste für 180 Einsätze ausrücken, die meisten davon betrafen die linksrheinischen Stadtteile sowie Oberbilk, Derendorf und Gerresheim. In Lörick wurden durch umstürzende Bäume Am Pappelwäldchen zwei Jugendliche verletzt. Einer musste mit einer offenen Schulterfraktur in die Uniklinik. Der Sturm über Düsseldorf entlud sich nach Angaben der Feuerwehr mit Windstärke 11, das entspricht 110 Stundenkilometer. In den Stadtteilen oft das gleiche Bild: entwurzelte Bäume, umherfliegende Sträucher, Dächer wurden in Teilen abgedeckt. Am Eschbachweg drohte sogar ein Baugerüst umzukippen.

Nur drei Minuten hatte der Spuk gedauert. „Die schwarze Wand am Himmel entlud sich und uns flog alles um die Ohren: Äste, Müll, Warenregale. Es hagelte sogar“, sagte der Kassierer der Aral-Tankstelle an der Lütticher Straße, Martin Ruf. Selbst ein Stromkasten wurde am Seestern aus seinem Betonfundament gerissen und durch die Luft geschleudert. Kurze Zeit später liegen die linksrheinischen Stadtteile von Heerdt über Ober- und Niederkassel bis Lörick unter einem Meer von abgerissenen Ästen und Gestrüpp. Entwurzelte Bäume haben die zahlreichen Straßen am Seestern blockiert. Immer neue rot-weiße Flatterbänder signalisieren, wo die Feuerwehr gerade meterhohe Bäume zersägt und wegschafft. „Es war ein Chaos, so was habe ich noch nicht erlebt“, erzählt Ruf.

Zahlreiche Ampeln am Seestern fielen aus. Etliche Straßen und Viertel beklagten zum Teil längere Stromausfälle, sagte Stadtwerke-Sprecher Michael Pützhofen. Mit vier Einsatzttrupps habe man bis in den späten Abend hinein alle beschädigten Leitungen und Störungspunkte repariert. Eine private Firma half der Feuerwehr: Sie stellte vier Arbeitsbühnen für Aufräumarbeiten zur Verfügung. An der Irenenstraße in Unterrath stürzte der über zehn Meter lange Ast eines Baums in ein Mehrfamilienhaus. Zum Glück waren keine Bewohner im Haus, sagt Hausbesitzer Klaus-Peter Sajot. Ein paar Häuser weiter fällte der Sturm einen kompletten Baum. Drei Autos wurden dabei beschädigt. Johannes Eisenmann wunderte sich, als er aus dem Fenster seiner Wohnung sah: „Da war plötzlich freier Platz, wo vorher der riesige Baum gestanden hatte.“

Großes Glück hatten die Teilnehmer und Organisatoren des ersten Düsseldorfer Schultriathlons: 622 Grundschulkinder gingen ab dem Morgen im Strandbad Lörick bei dem Mini-Triathlon an den Start. Als sich gegen Mittag der Himmel verdunkelte, wurde die Veranstaltung abgebrochen. Während Kinder und Betreuer Schutz in Gebäuden suchten, schleuderte der Sturm Pavillons und Mülltonnen durch die Luft, drückte Fahrräder um und brachte eine Hüpfburg zum Einsturz.

„Zum Glück ist niemand verletzt. Wir haben lediglich geringe Sachschäden zu verzeichnen“, sagte Organisator Georg Huff. Die zweieinhalb Kilometer lange Radstrecke entlang des Niederkasseler Deichs und Am Pappelwäldchen war gesäumt von heruntergestürzten Ästen. Die Schüler wurden in eine nahe gelegene Halle gebracht, von der aus sie mit Bussen wieder zu den Schulen gefahren wurden.