Eisrettung
Leider findet der Leichtsinn mancher kein Ende: Noch vor Beginn einer Eisrettungsübung im Kalkumer Schlosspark staunten die Einsatzkräfte nicht schlecht, als Sie einen einzelnen Schlittschuhläufer ausmachten, der auf einem nur teilweise zugefrorenen Weier bei völliger Dunkelheit seine Runden drehte. Mit großer Wahrscheinlichkeit, hätte den jungen Mann im verlassenen Park bei einem Einbruch ins Eis niemand gehört oder gesehen.
Aus diesem Anlass hier nochmal der dringende Hinweis, die Eisflächen keinesfalls zu betreten! Unterschiedliche Wassertemperaturen sowie Zu- und Abläufe unter Wasser beeinträchtigen unbemerkt die Tragfähigkeit des Eises! Bei einem Einbruch ins Eis besteht akute Lebensgefahr durch blitzschnelles Unterkühlen und Ertrinken!
Da sich bei solchen Einsätzen auch die Retter in unmittelbare Gefahr bringen, muss das "richtige" Vorgehen gut organisiert und trainiert sein. Aus diesem Grund wurden an dem Abend mehrere Vorgehensweisen getestet und am Ende bewertet. Um die Übung so realistisch wie möglich zu gestalten, galt es ein mit einem sogenannten "Überlebensanzug" gesichertes, bewusstloses bzw. entkräftetes Opfer in Form eines Kollegen zu retten.
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Geräteablage
Im ersten Durchgang beschränken wir uns auf eine Rettung mittels Eisrettungsset und einer Rettungsschlinge (gelbe Tasche). Das Set besteht aus zwei Brettern mit Fußschlaufen, welche auf zwei Steckleiterteile befestigt werden. Für das Vorankommen stehen dem Retter zwei Skistöcke zur Verfügung. Wie man bereits erahnen kann, ähnelt der Aufbau dem Prinzip eines Skifahrers.
Die beiden Leiterteile werden jeweils durch eine Feuerwehr- oder Arbeitsleine gesichert. Idealerweise trägt der Retter einen Überlebensanzug (rote Tasche) oder wie in diesem Fall eine Schwimmweste. Sowohl der Retter, als auch das Opfer wurden bei dieser Übung mit Feuerwehrleinen vom Ufer aus gesichert.
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Rettung ohne Hilfsmittel
Dank der großen Auflagefläche der Steckleitern, kann sich der Retter problemlos am brüchigen Eis vorbei parallel zum Opfer platzieren. Schwer gestaltet sich allerdings das Herausziehen auf die Steckleitern. Die bewusstlose Person kann nur sehr schwer gepackt werden und rutscht mehrmals zurück ins Wasser.
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Rettung mit Spineboard
Im letzten Durchgang kommt ein sogenanntes "Spineboard" zum Einsatz. Dieses Rettungsbrett besteht aus Hartplastik, ist schwimmfähig und aufgrund des geringen Gewichts sehr leicht zu handhaben.
Anstatt der Rettungsschlinge, wird dem Verunfallten das Spineboard von hinten untergeschoben. Durch den nun entstehenden Auftrieb, kann das Opfer weitestgehend achsengerecht und unkompliziert auf die Steckleiter gezogen werden. Am Ufer angelangt, kann der Patient samt Spineboard umgelagert werden - größere Bewegungen und die Gefahr eines lebensgefährlichen "Afterdrops" bleiben bei dieser Methode aus.
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Stichwort Afterdrop
Unterkühlt der menschliche Körper versucht dieser, den Körperkern mit seinen überlebenswichtigen Organen solange wie möglich durch Zentralisation mit warmen Blut zu versorgen. Die Temperatur der Körperschale (Arme, Beine etc.) sinkt bei diesem Vorgang jedoch permanent ab.
Bewegt man diesen Körper nun so sehr, dass kaltes aus der Körperschale stammendes Blut in den Körperkern gelangt, kann es aufgrund der temperaturempfindlichen Erregunsleitung des Herzens zu schweren Herzrhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herzstillstand kommen.
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