Geschichte
„Dieweil auch aus Unfleiß und Nachlässigeit vielmahlen Fewrs Noth und Schad in unseren Fürstenthumben und Landen sich zuträgt, daraus dann merklich Verderben und Schaden entstehet, so ist unseren Städten, Freiheiten und Dörfern die Verordnung gesche, daß zu jedem halben Jahr alle Fewrstätt, Schoorenstein, Backofen und Esthen ... fleißig besichtigt und daran Mangels gefunden, den Inhaber der selben Fewrstatt anstund zuwenden und zu bessern mit Ernst eingebunden auch ein jeder darzu gehandhabt werde.“, so heißt es in einer Feuerordnung, die bereits 1554 in Kaiserswerth erlassen wurde und daher heute nur schwer für unsere Generation zu entziffern ist.
1812: Feuerlöschordnung der Mairie Kayserswerth
Trotz der ersten Feuerordnung von 1554, wird erst 1812 in dem Düsseldorfer Vorort eine „Art“ Feuerwehr - der Vorgänger der später entstehenden Freiwilligen Feuerwehren - eingerichtet. In der Feuerlöschordnung vom 01. Mai 1812 für die „Mairie Kayserswert“ heißt es, dass ein „Corps Pompiers“ in Stärke von 100 Mann zu errichten sei.
In der sogenannten „Raths-Kapelle“ am Clemens-Tor, wird daraufhin für die drei bereits vorhandenen Feuerlöschspritzen und den dazugehörigen Brandeimern und Handwerkzeugen eigens ein Gerätehaus errichtet. Die Feuerwehrleitern bewahrt man an der Mauer des heutigen Suitbertus-Gymnasiums - früher Kapuziner-Kloster - auf.
1885: Grundstein der Freiwilligen Feuerwehren
Am 30. September 1885 wird eine neue Feuerwehr- und Feuerlöschordnung für Kaiserswerth erlassen. Noch im gleichen Jahr empfiehlt der Preußische Minister des Innern die Bildung von „Einrichtungen zur Bekämpfung interner Brände“ in einer jeden Gemeinde. Damit ist der Grundstein der freiwilligen Feuerwehren gelegt.
1893: Gründung der Feuerwehr Kaiserswerth
Am 02. Februar 1893 wird die Kaiserswerther Feuerwehr offiziell von den damaligen Abteilungsleitern der Feuerlöschkompanie gegründet. Von technischen Hilfsmitteln und besonderen Gerätschaften kann zu diesem Zeitpunkt nachwievor nicht die Rede sein. Das damalige Feuerwehrwesen ist geprägt von Ledereimern und einfachsten Geräten zur Brandbekämpfung.
Der erste Leiter der Löschgruppe Kaiserswerth wird Peter Lambert Mangartz. Die damalige Mitgliederliste umfasste eine Mannstärke von ca. 30 aktiven sowie 132 passiven Mitgliedern. Diese Angaben beziehen sich nicht direkt auf das Gründungsjahr, sondern haben sich im Laufe der Zeit entwickelt. Dem Archiv lassen sich keine genaueren Zahlen bezüglich der Mitgliederliste aus dem Gründungsjahr entnehmen. Der damalige Wehrleiter Peter Lambert Mangartz wird von Heinrich Kuhlen sowie den Abteilungsführern Heinrich Nimwegen, Gustav Grah, Johann Schmitz, Baltasar Bläser und Christian Büsgen vertreten.
Auch in der damligen Zeit wird den Feuerwehranwärtern ein Einstellungstest abverlangt. Dieser kann jedoch keineswegs mit Auswahlverfahren aus der heutigen Zeit verglichen werden. Der von jedem Bewerber durchzuführende Test war bei weitem nicht so ausführlich und fordernd wie heute. Wer diese Hürde jedoch überwunden hatte, erhielt einen sogenannten „Feuerwehrpass“, vergleichbar mit einem modernen Dienstausweis.
1900: Standortwechsel
Um die Jahrhundertwende erhielt das Gerätehaus einen neuen Standort am heutigen Sankt Swidbert - früher Düsseldorfer Straße. Am alten, inzwischen denkmalgeschützten Gerätehaus hängt noch heute eine Gedenktafel, welche an die gefallenen Mitglieder der Löschgruppe erinnert und die ehemalige Funktion des Gebäudes verrät.
![]() |
![]() |
![]() |
1912: Bund zur effizienten Brandbekämpfung
Am 12. Januar 1912 wird zwischen Kaiserswerth und den zwischenzeitlich entstandenen Feuerwehren der Nachbargemeinden Lohausen, Kalkum und Wittlaer-Bockum ein „Bund zur effizienten Bekämpfung von Bränden“ geschlossen. Die nun vier Löschzüge bilden zur Abwehr von „Feuersgefahren“ gemeinsam die „Freiwillige Feuerwehr der Bürgermeisterei Kaiserswerth Stadt und Land“.
Der unglückselige ersten Weltkrieg unterbricht allerdings die Entwicklung in Kaiserswerth, als auch die der benachbarten Löschzüge. Das 25-jährige Bestehen fällt in die schwere Zeit des letzten Kriegsjahres 1918.
1929: Eingemeindung der Stadt Kaiserswerth
Am 01. August 1929 wird die Freiwillige Feuerwehr der Bürgermeisterei Kaiserswerth mit der Eingemeindung der Stadt Kaiserswerth in die Stadt Düsseldorf aufgelöst. Es entstehen zwei eigenständige und freiwillige, dem verantwortlichen Leiter der Berufsfeuerwehr Düsseldorf unterstellte Löschzüge: Kaiserwerth und Lohausen.
1935: Ernennung eines kommissarischern Leiters
Im Jahre 1935 lässt sich eine Entscheidung verzeichnen, dessen Auswirkungen für die Löschgruppe Kaiserswerth noch heute zu spüren sind. Die Wahl eines Löschgruppenführers wird zu einer wichtigen, verantwortungs- und ehrenvollen Sache. Der Düsseldorfer Branddirektor befördert Theodor Brück zunächst zum Brandmeister, ehe er kurz darauf zum kommissarischen Leiter der Löschgruppe Kaiserswerth ernannt wird.
1939: Ausbruch des zweiten Weltkrieges
Durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges im Jahre 1939, wird zum zweiten Mal in diesem Jahrhundert die Feuerwehr Kaiserswerth auseinandergerissen.
1945: Kriegsende
Gegen Ende des zweiten Weltkrieges 1945 kehren die überlebenden der Freiwilligen Feuerwehr Kaiserswerth vom Kriegseinsatz zurück. Unter der Leitung von Oberbrandmeister Theodor Brück und seinen beiden Stellvertretern, Brandmeister Clemens Kleibrink und Willi Kleibrink, finden Sie gemeinsam neue Wege und Möglichkeiten die zerstörten Gebäude, Arbeitsstätten und auch den Löschzug Kaiserswerth wieder aufzubauen.
Der Löschzug Lohausen wird nach Kriegsende durch die Branddirektion aufgelöst wird. Nach der Neuaufteilung der Brandbezirke treten die Löschzüge Kalkum und Wittlaer der Bürgermeisterei von Kaiserswerth erneut bei. Es folgt abschließend die Löschgruppe Angermund.
1947: Feuerwehr wird motorisiert
Im Jahre 1947 erhält die Kaiserswerther Feuerwehr das erste motorbetriebenen Feuerwehrfahrzeug, einen Mannschaftswagen Barkas B 1000 mit Ausbau von Chr. Miesen in Bonn und einem Anhänger. Der Anhänger ist mit einer, für damalige Verhältnisse technisch weit fortgeschrittenen „Tragkraftspritze“ beladen. Das einst mit Ledereimern und reiner Muskelkraft durch die Feuerspritze beförderte Löschwasser, konnte nun mit einem motorbetriebenen Fahrzeug zum Einsatzort verbracht und mit einer Pumpe ins Feuer befördert werden.
Die Kameraden rückten mit den von der städtischen Feuerwehr gestellten Motorspritzen in der Regel spätestens zwei Minuten nach der Alarmierung aus. Dies geht heute auch nicht viel schneller und war für die damaligen Alarmierungsmöglichkeiten schon ziemlich beachtlich. Das Durchschnittsalter der Feuerwehrmänner lag bei 24 Jahren. Das Erstaunliche an der ganzen Sache ist jedoch, dass die Feuerwehr noch nicht um Nachwuchs werben musste: alle traten aus eigenem Antrieb hochmotiviert der Löschgruppe bei.
Die gesamte Ausrüstung wie Uniform, Helm und Stiefel werden damals wie auch heute von der Stadt gestellt.
![]() |
![]() |
![]() |
1957: Der heutige Standort wird bezogen
Im Jahre 1957 findet der Umzug in das Gerätehaus auf der Friedrich-von-Spee-Straße statt. Bis heute ist dies der Standort der Freiwilligen Feuerwehr Kaiserswerth, welcher im Laufe der Zeit immer wieder erweitert und modernisiert wurde. Mangels knapper Stadtkassen überwiegend in Eigenleistung.
1957: Kraftfahrspritze LF 25
Eine Kraftfahrspritze "LF 25" auf Daimler Benz AG L 3750 mit Aufbau von Metz in Karlsruhe kann in Dienst gestellt werden. Von 1940 - 1957 war das Fahrzeug bereits auf der Feuer- und Rettungswache 1 im Einsatz. In den Folgejahren laufen Planung und Umsetzung für Neuanschaffungen von Einsatzfahrzeugen und weiteren Gebäudeausbauten auf Hochtouren.
1965: Tanklöschfahrzeug TLF 15
Im Jahre 1954 kann die Feuerwehr Kaiserswerth erstmals ein Neufahrzeug mit eigenem Löschwassertank in Dienst stellen. Bei dem Tanklöschfahrzeug TLF 15 handelt es sich um einen Magirus S 3500 mit Aufbau von Magirus.
![]() |
![]() |
![]() |
1968: Wechsel der Löschgruppenführung
Am 01. April 1968 wird Christian Breuer der Nachfolger von Theodor Brück.
1970: Tanklöschfahrzeug TLF 16/25
Ein Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 stellt die Feuerwehr Kaiserswerth 1970 in Dienst. Der Mercedes Benz 1113 verfügt über einen feuerwehrtechnischen Aufbau der Firma Bachert.
1975: Wechsel der Löschgruppenführung
Am 28. Juni 1975 übernimmt Walter Bastian die Leitung der Löschgruppe Kaiserswerth.
1985: Anbau und neues Tanklöschfahrzeug
Am 25. April 1985 kann ein Erweiterungsbau des Gerätehauses beendet und festlich eingeweiht werden. Die Umbaumaßnahme wurden vollständig in Eigenleistung durchgeführt. Dank des damaligen Oberbürgermeisters Kürten, erhält die Löschgruppe seitens der Provinzial Feuerversicherung zum damaligen Zeitpunkt fianzielle Hilfe.
Die nun zweite Fahrzeughalle, dient als Unterstellplatz für ein aus Beständen des Luftschutzhilfsdienstes (LSHD) stammenden Tanklöschfahrzeugs TLF 8/8 auf Unimog S 404. Den Aufbau fertigte die Klöckner-Humbold-Deutz AG.
![]() |
![]() |
![]() |
1988: Rüstwagen RW 1
1988 stationiert der Bund für die schwere technische Hilfeleistung einen Rüstwagen RW 1, mit VW MAN 8.136 FAE-Fahrgestell und Aufbau von Wackenhut in Kaiserswerth.
1989: Löschgruppen- und Tanklöschfahrzeug
1989 können gleich zwei neue Fahrzeuge in Dienst gestellt werden: ein Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS auf Iveco Magirus 90-16 AW mit Aufbau von Lentner und ein Tanklöschfahrzeug TLF 8/18, mit Fahrgestell und Aufbau von Iveco Magirus.
1990: Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS
Der Bund stellt im Rahmen des Katastrophenschutzes 1990 ein weiteres, identisches Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS in Dienst.
1993: 100 Jahre
1993 feiert die Freiwillige Feuerwehr Kaiserswerth wohlverdient ihr 100-jähriges Bestehen unter der Führung von Klaus Kraus.
![]() |
![]() |
![]() |
1998: Wechsel der Löschgruppenführung
Ab dem 01. Oktober 1998 übernimmt Hauptbrandmeister Klaus Kraus die Leitung der Löschgruppe. Diese ehrenvolle Aufgabe sollte Klaus Kraus für fünf Jahre übernehmen, bis er im Januar 2003 festlich verabschiedet wird.
1999: Erweiterung des Gerätehauses
Das Gerätehaus wird um eine dritte Fahrzeughalle erweitert, in welcher zwei Einsatzfahrzeuge hintereinander Platz finden sollen. Auch diese Umbaumaßnahme wird komplett in Eigenleistung durchgeführt und kann im April 2000 pünktlich zur Gründungsfeier der Jugendfeuerwehr beendet werden.
![]() |
![]() |
![]() |
2000: Gründung der Jugendfeuerwehr
Am 02. Juni 2000 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Kaiserswerth jungen Zuwachs. Nach vielen Überlegungen und sorgfältiger Planung wurde die vierte Jugendfeuerwehrgruppe in Düsseldorf gegründet: die inzwischen wichtigste und erfolgreichste Nachwuchsquelle.
Mit einer ursprünglichen Mitgliederzahl von 14 Jugendlichen, trat die frisch gegründete Gruppe die feuerwehtechnische Ausbildung unter der Leitung von fünf Jugendwarten an.
![]() |
![]() |
![]() |
2002: Löschfahrzeug und Mannschaftstransporter
Nach dem Einsatz auf den Feuerwachen 1 und 3 kann 2002 ein Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 in Kaiserswerth empfangen werden. Den Iveco Euro Fire 135E24 4x4 baute Iveco Magirus Brandschutztechnik aus. Das Fahrzeug ist Ersatzbeschaffung für eines der vom Bund gelieferten LF 16-TS.
Durch den Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Kaiserswerth wird zudem, primär für die im Jahr 2000 gegründete Jugendfeuerwehr gedacht, ein Manschaftstransportfahrzeug auf VW T4 beschafft.
2003: Wechsel der Löschgruppenführung
Seine verantwortungsvolle Position nimmt Ulrich Schürhoff, der nun fünfte Löschgruppenführer in der Geschichte ein. Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Löschgruppe Kaiserswerth mittlerweile über vier motorisierte Einsatzfahrzeuge.
2005: 112 Jahre und zwei Neufahrzeuge
2005 können gleich zwei Neufahrzeuge in Dienst gestellt werden. Als Ersatzbeschaffung für das noch vom Bund vorhandene LF 16-TS, wird im August ein geländegängiges und zeitgemäßes Löschgruppenfahrzeug LF 20/6 in Dienst gestellt.
Anfang September, wird das Tanklöschfahrzeug TLF 8/18 durch einen geländegängigen Gerätewagen-Logistik GW-L2 auf Mercedes Benz Atego 1328 AF 4x4 mit Ladebordwand und modularer Beladung ersetzt.
Aufgrund der geländegängigen Fahrgestelle und der damit verbundenen Fahrzeughöhen, musste an einer der drei Fahrzeughallen die Durchfahrtshöhe um 25 cm erhöht werden. Wie man sich vielleicht inzwischen denken kann, wurde auch dieser Umbau in Eigenleistung vorgenommen.
Am 16. und 17. September 2005 feiert die Löschgruppe Kaiserswerth ihr 112-jähriges Jubiläum mit einem großen Fest auf der Schützenwiese am Mühlenturm.
![]() |
![]() |
![]() |
2009: Löschgruppenfahrzeug LF 16/12
Das erst 2002 in Dienst gestellte LF 16/12 auf Iveco Magirus, wird bereits 2009 durch ein weitaus moderneres Löschgruppenfahrzeug auf Mercedes Benz Atego 1328 AF 4x4 ersetzt.
2010: 10 Jahre Jugendfeuerwehr
Am 18.09.2010 feiert die Jugendfeuerwehr Kaiserswerth ihr 10-jähriges Jubiläum in der Kaiserpfalz in Kaiserswerth. Bei diesem Anlass wird Fritz Balgheim mit der Ehrennadel in silber der Deutschen Jugendfeuerwehr ausgezeichnet.
![]() |
![]() |
![]() |
2011: Rüstwagen und Mannschaftstransporter
Im Februar 2011 wird der ehemals vom Bund stammende Rüstwagen RW 1, durch ein geländegängiges und deutlich leistungsfähigeres Neufahrzeug auf Mercedes-Benz Unimog U 5000 mit Aufbau von Ziegler in Gingen ersetzt.
Im Dezember kann ein neues Mannschaftstransportfahrzeug in Dienst gestellt werden. Der als Jahreswagen erworbene und durch die Zentralwerkstatt der Feuerwehr Düsseldorf ausgebaute Volkswagen T5 Facelift, ersetzt einen VW T4 aus dem Jahr 1993.



























